Tomatis – Musikertraining

Mit allen Sinnen und Leichtigkeit musikalische Möglichkeiten erweitern.

„Die erste Aktive Sitzung war überwältigend!“

Vieles, worum ich mich jahrelang bemühte und bei dem ich immer nur in kleinen Schritten vorwärts kam, passierte während dieser ersten Aktiven Sitzung in Sekunden.

Das Spielgefühl während der Aktiven Sitzungen ist faszinierend: Es ist sehr frei und mit geringem Aufwand. Ich habe dabei sehr viel Zeit für schnelle und fingertechnisch schwere Stellen. Mir bleibt mehr Zeit für die Artikulation. Obwohl ich mühelos im Metrum bleiben kann, habe ich viel Zeit für die Atmung. Das alles ist eine wunderbare Basis, um sich mit viel Freiheit um die Interpretation zu kümmern.

Ich fühle mich stärker im Spiel mit weniger Aufwand: Ich habe mehr Kraft und muss mich nicht anstrengen.

Prof. Gunhild Ott

Was geschieht, wenn sich das Hören beim Musizieren verändert?

Musiker lernen ein Leben lang. Dabei entwickeln sie eine hochdifferenzierte Art zu hören und zu musizieren – und ebenso individuelle Formen der Körperwahrnehmung und Koordination. Vieles davon geschieht selbstverständlich und automatisiert. Das ist notwendig – und gleichzeitig bedeutet es, dass wir unsere eigenen Gewohnheiten irgendwann kaum noch wahrnehmen.

Wie höre ich eigentlich, wenn ich musiziere? Worauf richtet sich meine Aufmerksamkeit? Wie erlebe ich meinen eigenen Klang, meinen Körper und den Kontakt zu meiner Stimme oder meinem Instrument? Und was geschieht, wenn sich meine Wahrnehmung verändert?

Im Musikertraining nach Tomatis wird die vertraute Art zu hören und zu musizieren auf ungewohnte Weise erfahrbar. Das veränderte Hören kann neue Möglichkeiten im Klang, in der Körperwahrnehmung, in der Koordination und im Kontakt zu Stimme oder Instrument eröffnen.

Dabei geht es nicht darum, etwas zu korrigieren, das nicht funktioniert. Es geht darum, wahrzunehmen, was darüber hinaus möglich ist.

Das Musikertraining legt Facetten frei, die Sie von sich als Musiker vielleicht noch nicht kennen.

Hören und Musizieren geschehen gleichzeitig

Beim Musizieren lassen sich Hören, körperliche Reaktion und Klangerzeugung kaum voneinander trennen. Während ein Musiker spielt oder singt, nimmt er den entstehenden Klang wahr und stimmt seine muskuläre Aktivität fortwährend darauf ab. Diese Regulation geschieht unmittelbar – innerhalb von Millisekunden und weitgehend ohne bewusste Steuerung.

Verändert sich durch das Musikertraining die Art des Hörens, kann deshalb im selben Moment auch das Musizieren anders erlebt werden. Klang, Tongebung, Bewegung, Stimme oder der Kontakt zum Instrument können sich verändern, ohne dass zuvor bewusst an einer bestimmten Technik gearbeitet wurde.

Gerade in den aktiven Phasen können wir deshalb sehr genau beobachten: Was verändert sich spontan? Was klingt anders? Was fühlt sich leichter oder stimmiger an? Und welche Erfahrungen lassen sich zunehmend in das eigene Musizieren integrieren?

Das Besondere liegt nicht allein in dem, was anders klingt. Es liegt in der Erfahrung, dass plötzlich etwas möglich wird, das vorher nicht bewusst hergestellt werden konnte.

Passives und aktives Musikertraining

Das Musikertraining verbindet passive und aktive Phasen. Das passive Hörtraining folgt den Grundlagen der Tomatis-Therapie, wird jedoch an die hochentwickelten Hörfähigkeiten professioneller Musiker angepasst. Es regt eine Erweiterung und Differenzierung der Hörverarbeitung und Hörwahrnehmung an.

In den Aktiven Sitzungen wird während des veränderten Hörens gesungen oder auf dem eigenen Instrument musiziert. Hören, körperliche Regulation und Klangerzeugung greifen dabei gleichzeitig ineinander.

So können Veränderungen unmittelbar wahrgenommen und untersucht werden: Was geschieht mit Tongebung und Artikulation? Wie verändert sich die Atmung? Wie fühlt sich eine technisch anspruchsvolle Passage an? Was geschieht mit dem Kontakt zum Instrument oder mit der eigenen Stimme?

Was der Körper erfahren hat, kann er lernen

Die Aktiven Sitzungen sind nicht darauf ausgerichtet, einen besonderen Zustand zu erzeugen, der nur während des Trainings besteht. Entscheidend ist, dass der Körper unter den veränderten Hörbedingungen andere Möglichkeiten der Regulation tatsächlich erfahren kann.

Diese Erfahrungen werden im Verlauf des Musikertrainings wiederholt. Bewegungsabläufe, Muskelspannung, Atmung und Klangerzeugung können sich anders organisieren und als körperliche Erfahrung zunehmend verfügbar werden.

Prof. Gunhild Ott beschrieb diese Entwicklung so:

Vieles kann ich inzwischen in mein tägliches Spiel integrieren und bewahren. Die in den Aktiven Sitzungen neu erfahrene Klangvorstellung bringt mich und meinen Körper beim Spielen in die richtige Disposition.

Prof. Gunhild Ott

Sie berichtete außerdem von einer größeren dynamischen Bandbreite, leichteren Tönen in extremen Lagen und davon, erheblich stressfreier im Konzert zu sitzen.

Das Ziel ist nicht, eine Erfahrung aus der Aktiven Sitzung zu reproduzieren. Es geht darum, dass neue Möglichkeiten des Hörens und der körperlichen Regulation zunehmend Teil des eigenen Musizierens werden können.

Wenn beim Musizieren etwas schwierig wird

Nicht immer ist die Neugier auf neue musikalische Möglichkeiten der Anlass für ein Musikertraining. Manchmal gibt es eine konkrete Schwierigkeit: Eine technische „Dauerbaustelle“ lässt sich trotz intensiver Arbeit nicht zufriedenstellend lösen, die Intonation wird unsicher oder bestimmte Bewegungsabläufe fühlen sich zunehmend angestrengt an.

Auch Veränderungen des Hörens können das Musizieren tiefgreifend beeinflussen. Nach einem Hörsturz, bei Hyperakusis oder anderen Hörstörungen kann das vertraute Zusammenspiel von Hören, Körper und Musizieren plötzlich nicht mehr selbstverständlich sein.

Auch dann setzt das Musikertraining nicht allein bei der Schwierigkeit an, sondern bei der Frage, welche Möglichkeiten über eine veränderte Hör- und Körperwahrnehmung wieder oder neu zugänglich werden können.

Zu Hyperakusis & Hörsturz  und Hörstörungen finden Sie auf den jeweiligen Seiten weitere Informationen.

Ein Schwerpunkt meiner Arbeit

Die Arbeit mit professionellen Musikern ist seit vielen Jahren ein besonderer Schwerpunkt meiner Hörakademie. Aufbauend auf den Grundlagen der Tomatis-Therapie habe ich das Musikertraining kontinuierlich weiterentwickelt und an die besonderen Wahrnehmungs- und Hörfähigkeiten professioneller Musiker angepasst.

Mehr über Alfred A. Tomatis, die Audio-Vokale Schleife und die Grundlagen der Methode erfahren Sie auf der Seite Die Tomatis-Hörtherapie.

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