Hörstörungen

Wenn Hören und Verstehen anstrengend werden.

Eine Hörminderung verändert häufig weit mehr als die Lautstärke. Viele Betroffene erleben vor allem das Verstehen als anstrengend: In einer größeren Runde fällt es schwer, einem Gespräch zu folgen, bei Hintergrundgeräuschen geht der Gesprächsfaden verloren und häufiges Nachfragen kann unangenehm sein. Manche erleben zunehmend das Gefühl, nicht mehr so selbstverständlich dazuzugehören wie früher.

Auch vertraute Klänge können sich verändern. Konzerte erleben und hören kann anstrengend werden, Musik klingt möglicherweise anders und verliert etwas von dem Genuss, den sie früher bereitet hat.

Entspannter zuhören. Neues entdecken. Wieder Lust auf Hören bekommen.

Aus Hören wieder mehr Verstehen machen

Ein Hörgerät kann fehlende oder schlecht wahrnehmbare Frequenzbereiche verstärken. Doch lauter hören bedeutet nicht automatisch leichter verstehen. Das Gehirn muss mit dem veränderten akustischen Angebot umgehen, Geräusche unterscheiden und aus vielen Höreindrücken das herausfiltern, worauf es gerade ankommt. Das erfordert besonders in unruhiger Umgebung viel Konzentration und kann schnell ermüden.

Die Tomatis-Therapie setzt an der Verarbeitung und Differenzierung des Gehörten an. Sie soll die vorhandenen Möglichkeiten des Hörens unterstützen und dazu beitragen, dass Zuhören leichter und weniger anstrengend werden kann. Klienten berichten mir beispielsweise, dass sie nach der Hörtherapie entspannter zuhören, in einer größeren Runde leichter einem Gesprächspartner folgen können oder im Alltag weniger schnell durch das Hören ermüden.

Das eigene Hören besser einschätzen

Gerade während der Anpassung eines Hörgeräts kann es schwierig sein zu beurteilen: Welche Einstellung hilft mir? Was klingt nur ungewohnt – und was tatsächlich unangenehm oder störend?

Die technische Einstellung des Hörgeräts gehört in die Hände des Hörakustikers. Die Hörtherapie kann jedoch dabei unterstützen, die eigene Hörwahrnehmung differenzierter einzuschätzen. So können Hörgeräteträger klarer beschreiben, was sie mit unterschiedlichen Einstellungen erleben, und ihrem Hörakustiker gezieltere Rückmeldungen geben.

Bei Menschen, deren Hörstörung auch mit Schwierigkeiten der räumlichen Orientierung oder des Gleichgewichts verbunden ist, beziehe ich Körperwahrnehmung und Gleichgewicht in die hörtherapeutische Begleitung mit ein.

Ein schönes Ergebnis ist für mich, wenn Hören wieder weniger Anstrengung bedeutet – und Menschen wieder mehr Lust bekommen, zuzuhören, Gesprächen zu folgen oder Musik in ihr Leben zu holen.